Südindien Teil II

 
       
  Am nächsten Morgen ging es weiter zu einer kleinen Manufaktur, die Kokosmatten und Teppiche herstellt. Die Manufaktur besteht hier schon seit über 150 Jahren. An den Webstühlen arbeiten die Menschen wie zur Gründerzeit der Fabrik. Wir hatten das Gefühl im Mittelalter angekommen zu sein. In einer weiteren Halle war bereits ein elektrischer Webstuhl im Betrieb. Die hier hergestellten Waren werden in über 85 Länder exportiert.
                           
Nach einer obligatorischen Stärkung im Bus mit leckeren Bananen und Plätzchen ging es weiter zu unserem nächsten Besichtigungspunkt.  
                           
                   
  Unser nächster Zwischenstopp waren die Backwaters von Keral. Die Backwaters sind ein weit verzweigtes Netz aus Lagunen, Flüssen, Seen und Kanälen entlang der Malabarküste. Auf 1.900 Quadratkilometer sind 1.500 Kilometer schiffbare Wasserwege. Hier wachsen u.a. üppige Mangrovenwälder, Palmen und Wasserhyazinthen. Viele Häuser sind nur über Boote zu erreichen.
                   
             
Nachdem wir in unserem Hotel, Eastend Lake Song, eingecheckt hatten und wir uns ein wenig die Hotelanlage angeschaut hatten, machten wir eine 2-stündige Bootstour.
       
 
Eine wunderschöne Landschaft, nur 2 Stunden sind viel zu kurz.
 
       
Der 10.Tag unserer Rundreise führte uns ins Hochland von Kerala. Es ging vorbei an Reisfeldern, Kautschuk Plantagen, Ananasfelder und Teeplantagen. Es ging auf ca. 1.400 Meter über dem Meeresspiegel. Von hier oben hat man eine tolle Aussicht auf das Umland.
       
 
Der nächste Besichtigungspunkt war der Abraham Spice Garden in Kumily. Der taditionsreiche Bio-Gewürzgarden ist seit 1952 im Familienbesitz und wird heute in der dritten Generation geführt. Hier kann man diverse Gewürze riechen, schmecken und fühlen und natürlich auch kaufen.
 
     
Mittags erreichten wir bereits unser nächstes Hotel, the Elephant Court in Kerala. Wir hatten etwas Zeit um uns auszuruhen oder die Hotelanlage kennenzulernen. Wir entschlossen uns für letzteres.
     
Am Nachmittag ging es zum Periyar-See, zu einer 1,5 stündigen Bootstour. Der künstlich angelegt Stausee befindet sich im Periyar-Nationalpark. Er entstand 1895 und ist durchschnittlich 12-15 Meter tief. Von Boot aus kann man neben diversen Vogelarten Elefanten, Sambar-Hirsche, Wildschweine und gelegentlich auch Tiger beobachten. Der See und die angrenzenden Wälder sind der Lebensraum der Wildtiere, die Bootsfahrten sind daher begrenzt, um den Lebensraum der Tiere zu schützen.
     
     
Elefanten oder Tiger haben wir leider keine gesehen.  
     
 
Der heutige Tag schloss mit einer Tanzvorführung im Hotel ab. Wir bekamen klassische indische Tänze zu sehen.
     
   
Heute, am 13.Januar haben wir die Hochebene von Kerala verlassen. Es ging über Serpentinen wieder in die Ebene. Es ist schon bemerkenswert, was hier auf den Mopeds so alles befördert und transportiert werden kann.
       
   
                 
           
Ein kurzer Zwischenstopp an einer Manufaktur für Ziegelsteine. Die Form wird per Hand mit dem roten Lehm gefüllt. Anschließend aus der Form gekippt und in der Sonne getrocknet. Anschließend werden die Steine gebrannt, dann gestapelt und zum Verkauf angeboten.
           
                       
           
Ein Besuch auf einem typischen indischen Landmarkt. Das Gewimmel hier war schon unglaublich... Die Inder fahren hier mit ihren Mopeds zwischen den „Marktständen“. Exotisches Obst gibt es hier in rauen Mengen.
       
     
Unser Busfahrer entdecke am Wegesrand einen Baum voller Flughunde. Die fliegende Hunde sind fruchtfressende Fledertiere. Den Namen haben sie von ihren hundeähnlichen Gesichtern. Sie können je nach Art zwischen 6 und 40 Zentimeter groß werden. Flughunde sind wichtige Bestäuber der tropischen Pflanze.
           
  Der Menakshi Tempel ist einer der prachtvollsten Hindu-Tempel in Indien. Die ältesten Teile der Tempelanlage stammen aus dem 12.-13.Jahrhundert. Sein heutiges Aussehen erhielt der Tempel im 16/17.Jahrhundert. Die Tempelanlage umfasst einen Grundriss von 258 x 241 Meter. Die 6 Meter hohe Umfassungsmauer besitzt auf jeder Seite ein Eingangstor mit einem mächtigen Torturm, der jeweils über 60 Meter hoch ist.  
 
Am nächsten Tag ging es nach Tiruchirappali, dem Rock-Fort Tempel. Dieser wurde auf einem 83 Meter hohen Felsen erbaut. Der obere Teil der Tempelanlage ist über 364 Stufen zu erreichen. Insgesamt besteht die Tempelanlage aus fünf verschiedene Tempeln. Zwei von ihnen sind aus einem Felsen gehauene Tempel. Das älteste Bauwerk wurde zwischen 580 und 630 nach Christi erbaut.
                   
Wo man hinaufgeht, muss man auch wieder runter gehen. Von oben hätten wir bei klarem Wetter einen tollen Panoramablick über das Umland gehabt. Man kann nicht alles haben.....
Nachdem wir noch einen weiteren Tempel besichtigt haben, ging es zur Saraswathi Mahal Bibliothek. Sie ist die älteste noch existierende Bibliothek in Asien. Sie beherbergt u.a. eine seltene Sammlung von Palmblatt-Manuskripten. Seit 1918 ist diese Bibliothek für die Öffentlichkeit zugänglich.
   
Eine kurze Verschnaufpause in unserem Hotel, bevor es weiter zum Abendessen geht.
   
An unserem 13.Tag der Rundreise haben wir den Brihadshvara-Tempel besichtigt. Der hinduistische Tempel steht in Thanjawur und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. 995 wurde mit dem Bau des Tempels begonnen. Die Granitblöcke mussten aus einem 45 Kilometer entfernten Steinbruch geholt werden. Im Jahr 1010 wurde die Turmspitze aufgesetzt und der Tempel war fertig.
     
 
Im Tempelvorhof befindet sich ein Pavillon. In diesem befindet sich ein ca. 3,70 Meter großer Stier-Monolith. Es ist die drittgrößte Nandi-Statue in Indien. Diese Statue werden wir in Kürze noch einmal zu sehen bekommen.
Weiter ging es zu einer Besichtigung einer kleinen Familienmanufaktur. Hier werden traditionelle Bronzestatuen hergestellt. Seit vielen Generationen wird hier die Kunstfertigkeit vom Vater auf den Sohn übertragen. Der Brennvorgang in der Tonform dauert ca. 2 Tage. Das anschließende Polieren kann bis zu 20 Tage dauern.
       
 
Die Kühe sind in Indien heilig. Es ist gesetzlich verboten, Kühe zu schlachten. In einigen Bundesstaaten dürfen Kühe, die älter als 14 Jahre sind und nicht mehr als Nutztiere genutzt werden können, geschlachtet werden. Viele Bauern lassen Ihre Kühe frei rumlaufen, damit sie sich von dem „Abfällen“ selbst ernähren können. Der Kuhdung ist auch ein wichtiges Brennmaterial. Es wird aber auch zum Bauen von Häusern auf dem Land genutzt.
     
Am 14. Tag sind wir nochmals zum Brihadesshwara-Tempel gefahren. Heute fand hier die Stierzeremonie statt und der Stiergott stand heute im Mittelpunkt. Die Gestern so unscheinbare Stier-Statue war heute über und über mit Gemüse und Obst geschmückt. Auch bringen heute die Bauern ihre Kühe und Stiere zum Segnen mit in den Tempel.
                 
Den nächsten Stopp machten wir am Dharasuram Airavatesvara Tempel. Auch hier konnten wir die feinen Steinarbeiten bestaunen. Es ist schon sagenhaft, dass diese feinen Arbeiten nach Jahrhunderten immer noch so zu bestaunen sind. Ein Großtteil der Statuen sind aus dem harten Granit geschlagen worden.
                 
 
Ein kleiner Streifzug durch Puducherry.
 
   
Ein kleiner Abstecher zum indischen Ozean. Aber leider fehlt uns die Zeit. Vielleicht kann man ja später mal zu einen Strandurlaub an den indischen Ozean fliegen.
Heute, 17.Januar 2014 ging unsere Rundreise durch Südindien weiter. Heute machten wir eine Stadtrundfahrt durch Chennai. Das beliebteste Fortbewegungsmittel hier ist das Motorrad. Es ist
erstaunlich wieviel Personen auf so einem Motorrad Platz finden.
     
Unser erster Besichtigungsstopp in Chennai war die St. Thomas Basilika. Die Geschichte der Basilika geht bis ins 1.Jahrhundert zurück. Der Apostel Thomas soll im heutigen Chennai 72 n.Chr. getötet worden sein. Sein Grab soll sich unter der Kirche befinden. Die Portugiesen haben im 16.Jahrhundert hier die erste Kirche gebaut. 1893 wurde die heutige Kirche von den Briten wieder aufgebaut. Die Basilika ist eines von drei Kirchengebäuden weltweit, die auf einem Apostelgrab errichtet worden sind. Die anderen beiden sind der Petersdom in Rom und die Santiago de Compostela Basilika in Spanien. Heute ist die Kirche ein Pilgerzentrum der Christen und das Wahrzeichen der Stadt Chennai.
       
Nächster Halt war der Hafen von Chennai. Dieser Hafen ist einer der größten und ältesten Seehäfen Indiens. Offiziell wurde der Hafen 1881 eröffnet, aber seine Ursprünge gehen bis zum Jahre 1639 zurück. Er ist der zweitgrößte Containerhafen in Indien. Hier wurden 2023 ca. 1,5 Millionen Container umgeschlagen. Viele internationale Autohersteller exportieren ihre Fahrzeuge über Chennai. Der Hafen wurde in den letzten Jahren immer weiter vertieft, damit auch sehr große Containerschiffe den Hafen problemlos anlaufen können.
                           
Die älteste anglikanische Kirche haben wir uns als nächstes angeschaut. Der Baubeginn war der 25.März 1678 (Lady Day), am 28.Oktober 1680 wurde sie eingeweiht. Bekannt ist sie in Indien auch als „Westminster Abbey des Ostens“ für die Briten in Indien spielt sie eine religiöse und kulturelle Rolle. Der rechteckige Bau aus Ziegeln und Kalk mit einem bombensicheren, gewölbten Dach wurde zu Kriegszeiten auch als Lager und Kaserne genutzt.  
   
Bevor es zum Hotel ging, haben wir uns noch die St. Andrew´s Kirche in Chennai angesehen. Auch sie zählt zu den ältesten und bedeutendsten Kirchen in Chennai. Sie wurde zwischen 1818 und 1821 für die schottische Gemeinde erbaut. Auffallend sind hier die korinthischen Säulen im Eingangsbereich. Neben den Gottesdiensten wird die Kirche für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Durch den Kuppelbau hat die Kirche eine hervorragende Akustik und eine sehr gute Lichtwirkung.
   
Nachdem wir heute so einiges über die verschiedenen Kirchen in Chennai erfahren haben, ließen wir den Tag in aller Ruhe am Pool ausklingen. Einfach mal die gewonnenen Einrücke verarbeiten.
     
Heute standen Tempelanlagen auf unserem Programm. Die fünf Rathas sind ein einzigartiges Monumentenensemble in Mahabalipuram. Zwischen 630 und 668 n.Chr. entstand diese Tempelanlage. Jeder Tempel wurde aus einem einzigen Granitfelsen geschlagen und sind seit 1984 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Rathas sind unvollendet, sie stehen in einer Reihe und werden von Süden nach Norden kleiner. Die damaligen Steinmetze haben hier eindrucksvolle Meisterwerke geschaffen.
                     
 
Im 7.Jahrhundert entstand auch dieser Felsentempel mit dem Relief. Es ist 12 Meter hoch und 33 Meter breit. Es ist mit eines der größten Felsreliefs der Welt. Neben zahlreichen göttlichen Abbildungen wird hier u.a. das dörfliche Leben in Indien dargestellt.
               
Ein weiterer Höhepunkt war Krishna´s Butterball. Lt. unserem Reisebär, der fast alles weiß, ist der Granitstein 6 Meter hoch, 5 Meter breit und soll ca. 250 Tonnen wiegen. Seit über 1200 Jahren liegt der Stein bewegungslos auf der geneigten Fläche. Es sieht so aus, als ob er jeden Moment losrollen würde. Die Legende besagt, dass der Gott Krishna als Kind gerne Butter naschte. Seine Mutter sagte, dass er den Butterball sofort ausspucken sollte. Krishna war folgsam und dieser Felsen soll das Butterbällchen gewesen sein.
Den heutigen, letzten Tag unserer Rundreise ließen wir so langsam am indischen Ozean ausklingen.
   

Um 1:50 Uhr Ortszeit ging es mit der Lufthansa wieder zurück nach Frankfurt. Nach gut 10 Stunden Flugzeit kamen wir am 19.Januar am frühen Morgen an. Mit dem Zug ging es weiter nach Hause. Zuhause erwartete uns eine weiße Schneelandschaft.
In den letzten 17 Tagen haben wir
in 12 verschiedene Hotels genächtigt,
ca. 15.190 Kilometer geflogen,
2.460 Kilometer mit dem Bus gefahren,
176 Kilometer zu Fuß gegangen,
die gute indische Küche genossen und unzählige Bananen gegessen.

 

Auch diese Rundreise ging mal wieder viel zu schnell vorbei.
Wenn ich mal bedenke, wie lange sich 17 Tage im Januar zuhause ziehen - kein Vergleich.
Jetzt erst einmal Fotos sortieren und die Reise nochmals genießen.

         
 

Teil I